10 Fragen an Sophie Kuhn

Die Künstlerin Sophie Kuhn hat 10 schnelle Fragen beantwortet. Erfahre mehr über die Künstlerin, was sie mit ihrem Motiv "Just be" verbindet und warum sie sich nach Reisen immer wieder aufs Neue in ihr Zuhause verliebt.

Risographie "Just be" von Sophie Kuhn

1. Was verbindest du mit deinem Druck "Just be"?

Der Druck „Just be“ ist für mich eine Erinnerung daran, sich hin und wieder treiben zu lassen. Daran, Dinge einfach mal auf sich zukommen zu lassen, nicht zu verkopft zu sein. Auch ich tendiere dazu, Dinge zu „overthinken“, mir zu viele Gedanken zu machen, die sich im Nachhinein oftmals als vollkommen unbegründet herausstellen. Das Motiv soll zeigen, dass es genug ist, zu sein, da zu sein, man selbst zu sein. Es erzählt von dem Wunsch, den ständigen Druck, dem wir ausgesetzt sind – von uns selbst und dem Außen – einfach dahinplätschern lassen zu können. „Just be“ steht für Leichtigkeit, Sommer, Zuversicht. 

2. Was hat dich zuletzt inspiriert?

Vermutlich entweder Menschen oder die Natur. Oft bin ich inspiriert von Farben und Formen in der Natur. Das kann vieles sein – zum Beispiel ein Blatt, in dem ich etwas zu erkennen glaube, ein Gesicht etwa. Eine andere große Inspirationsquelle sind Menschen: Wie sie sich bewegen, was sie tun, wie sie einen ansehen, alles an ihnen. Ich liebe es, Menschen zu beobachten und bin immer wieder fasziniert davon, wie sehr wir uns doch alle voneinander unterscheiden. Dazu gehöre auch ich selbst: Viele meiner Illustrationen sind von persönlichen Alltagssituationen geprägt.

3. Was ist Kunst für dich? In 3 Worten!

Uff. 
Arbeit, Ausgleich, essentiell.

4. Was ist dein Lieblingsort?

Einen bestimmten Ort kann ich nicht benennen, was ich aber immer wieder merke: wie gut es mir tut, Zeit im Wald zu verbringen. Auch wenn wir mit unserem Camper unterwegs sind, zieht es uns immer wieder dorthin – die Gerüche, die Geräusche, das Licht. Zeit im Wald zu verbringen, erdet mich. Ein anderer wichtiger Ort ist mein Zuhause, von wo aus ich auch meist arbeite. Meine Wohnung ist mein Anker, vor allem, wenn ich von längeren Reisen zurückkomme, werde ich mir dessen bewusst. Ich verliebe mich dann immer ein bisschen neu in mein Zuhause. 

5. Was ist dein persönlicher Inspirationskiller?

Zu viel (drüber) nachzudenken.

6. Wenn du jetzt in diesem Moment Farbe und eine Leinwand vor dir hättest: Was würdest du malen? 

Ich würde ziemlich sicher einfach drauflos malen, ganz intuitiv. Heraus käme etwas buntes, abstraktes, vielleicht auch ein paar geometrische Formen.

7. Worüber sollte mehr gesprochen werden?

Über alle jene Themen, die gemeinhin (noch) als „Tabuthemen“ bezeichnet werden. Außerdem: Persönliche Unsicherheiten und Schwierigkeiten, gerade auch wenn es um den Aufbau eines eigenen Labels oder um das Thema Selbstständigkeit geht. 

8. Was hast du zuletzt Neues gelernt?

Ich lerne täglich Neues. Besonders freue ich mich über kleine Kleinigkeiten im Alltag, die mir vorher nicht bewusst waren. Zum Beispiel, wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, alternative Strecken wähle und mir plötzlich die geografischen Zusammenhänge klar werden – gerade gestern genauso wieder erlebt. Mein Orientierungssinn ist eine Katastrophe, solche (für viele andere wahrscheinlich banalen) Situationen fühlen sich für mich einfach großartig an. Ein bisschen so, als hätte man gerade ein Rätsel gelöst oder ein Puzzle fertiggestellt.

9. Was hilft dir dabei, kreativ zu sein?

Pausen. Ich merke immer wieder, dass es gut tut, ab und zu mal Abstand zu gewinnen. Wenn ich das Gefühl habe, meine Kreativität stagniert, wenn ich mir sicher bin, nie wieder neue Ideen zu haben und die Zweifel mich überrollen, hilft es selten, irgendwas zu forcieren. Das kann sehr frustrierend sein. Ich muss mich dann regelrecht zwingen, Geduld mit mir zu haben und nachsichtig zu sein. Mir persönlich hilft es, spazieren zu gehen, neue Ecken zu entdecken, Leute zu beobachten, was ganz anderes zu tun.

10. Von welchem Projekt träumst du gerade?

Von vielen! Schön fände ich beispielsweise, über einen längeren Zeitraum eine regelmäßige Kolumne für ein Magazin illustrieren zu dürfen.
Zurück zum Blog